02.10.2017 | WAZ

Tusem will und muss sich belohnen


Die Essener stehen gegen Aufsteiger HC Elbflorenz aus Dresden in der Pflicht.Im sechsten Anlauf soll in eigener Halle der erste Saisonsieg her.

Die Rote Laterne der 2. Handball-Bundesliga hängt nicht mehr beim Tusem Essen. Obwohl die Mannschaft von der Margarethenhöhe eine Woche spielfrei hatte, ging es in der Tabelle einen Platz rauf. Eintracht Hagen hat die sechste Niederlage kassiert und damit mehr Minuspunkte, als der Tusem. Besser macht das die Situation allerdings nicht, denn die Essener warten immer noch auf das erste Erfolgserlebnis. Allmählich müssen Punkte her, am besten schon an diesem Freitag im Heimspiel gegen Aufsteiger HC Elbflorenz (Anwurf 19.30 Uhr, Am Hallo).

„Wir müssen uns endlich mal belohnen für unsere Leistungen“, fordert Trainer Jaron Siewert. Viel habe seiner Mannschaft in den ersten Ligaspielen nicht gefehlt, um etwas Zählbares mitzunehmen, oft stand sie sich selbst im Weg. „Wir haben viele leichte und unnötige Fehler gemacht. Das ist ärgerlich und das müssen wir abstellen. Außerdem müssen wir in der Effektivität noch eine Schippe drauf legen“, fordert der 23-Jährige. Und die Zahlen geben ihm Recht: Nur rund die Hälfte der Abschlüsse auf das gegnerische Tor fanden letztendlich auch den Weg hinein. Das ist zu wenig, um in der 2. Bundesliga mitzuhalten.

Abwehr und Torhüter lassen zu viel zu

Die andere – und nicht wirklich kleinere – Baustelle liegt rund um den eigenen Kreis. Die Abwehr und auch die Torhüter lassen zu viel zu. „Da müssen wir ehrlich sein“, sagt Siewert, „wir brauchen auch eine bessere Torwart-Leistung“. Nur jeder fünfte Wurf der Gegner konnte von Sebastian Bliß oder Moritz Mangold entschärft werden. In der Vorsaison war es noch jeder dritte. Der Abwehrblock hielt in den ersten Saisonspielen nicht konstant zusammen, offenbarte immer wieder Lücken. Vor allem auch dann, wenn es ergebnistechnisch eng zuging und das Spiel auf der Kippe stand. Bislang waren die Essener nah dran am ersten Erfolgserlebnis, doch im Endeffekt fehlte die Kaltschnäuzigkeit – in der Offensive, wie in der Defensive.

Heimsieg soll Selbstvertrauen bringen

Genauso wichtig wie die Fakten- ist beim Tusem momentan aber auch die Gefühlslage. Ein Heimsieg gegen den Aufsteiger aus Dresden könnte wichtiges Selbstvertrauen bringen. „Sie haben viel Qualität in den Reihen, deswegen dürfen wir sie auf keinen Fall unterschätzen. Wir müssen aufpassen“, warnt Trainer Siewert vor dem Drittligameister, der sich im Sommer unter anderem mit Torhüter Mario Huhnstock vom HC Erlangen und Roman Becvar vom SC DHfK Leipzig verstärkt hat. Gegen den Tabellenzwölften sind bis auf Michael Kintrup alle Tusem-Spieler fit. Und auch Christoph Reißky, der während der Spielpause für Erstligist Füchse Berlin aktiv war, wird rechtzeitig nach seinem Einsatz in Gummersbach am Donnerstagabend zurück in Essen sein.

„Wir haben eine sehr harte Trainingswoche hinter uns, konnten die Köpfe freimachen und jetzt steigt die Vorfreude auf das Heimspiel“, gibt sich Jaron Siewert kämpferisch. Im mannschaftstaktischen Bereich sei viel gearbeitet worden, der nächste Schritt sei erkennbar. Seine Mannschaft steht nun in der Pflicht, sie muss endlich liefern. Nicht nur Leistung, sondern auch Punkte.