19.09.2017 | WAZ

Tusem verliert das Derby gegen Rhein Vikings mit 23:24


Vier Spieltage sind in der 2. Handball-Bundesliga absolviert und der Tusem steht immer noch mit leeren Händen da. Am Freitagabend unterlagen die Essener am Hallo dem Aufsteiger HC Rhein Vikings, dem aus ART Düsseldorf und Neusser HC hervorgegangenen Fusionsklub, mit 23:24.

Das Ergebnis lässt auf den ersten Blick ein spannendes Derby vermuten. So war es aber nicht. Oder besser: So war es über weite Strecken nicht. Die Essener leisteten sich gleich in der Anfangsphase zwei, drei Fehlversuche, die die Gäste für sich in eine 4:1-Führung ummünzten. Eine Hypothek, die lange Zeit schwer auf den Schultern der Tusem-Spieler zu lasten schien. Zu überhastet gingen die jungen Essener oftmals zu Werke, während die Gäste abgeklärter wirkten. Und sie hatten die besseren Einzelkönner in ihren Reihen, die, wenn mal gar nichts mehr ging, mit einer Einzelaktion erfolgreich waren.

Gäste weisen die größere Erfahrung auf

Allen voran ist da Alexander Oelze zu nennen. Der 33-jährige Rückraumspieler hat immerhin schon in der 1. Liga für den Bergischen HC und HBW Balingen-Weilstetten gespielt. Christian Hoße kann mit seinen 29 Jahren ebenfalls auf mehr Erfahrung auf dem Handball-Parkett verweisen als die Essener. Und dann war da noch der ehemalige kroatische Nationaltorwart Valdimir Bozic (34). Tusem-Trainer Jaron Siewert ließ personell nichts unversucht. Kurz vor der Pause stand kurzzeitig nur noch Dennis Szczesny von der Anfangsformation auf dem Feld. Allein es half (noch) nicht.

Tusem-Spieler ließen nicht die Köpfe hängen

Und auch in der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild lange nicht, auch wenn die Essener die Köpfe nicht hängen ließen. Erst die letzten zehn Minuten schickten sich aber dann an, sich den Namen „Derby“ zu verdienen. Während sich plötzlich die Gäste bis dahin ungewohnte technische Fehler leisteten, witterte der Tusem noch einmal Morgenluft. Der Vorsprung der Gäste, der teilweise fünf Tore betrug, schmolz mit jeder Minute und war in der 57. Minute (22:22) verbraucht. Es begann eine packende Schlussphase, die die Tusem-Fans nicht mehr auf den Sitzen hielt. Den 22:23-Rückstand glich Noah Beyer noch einmal aus. Die Gäste vergaben im Gegenzug. Es wurde hektischer. Noah Beyer wurde bei seinem nächsten Versuch für viele Fans siebenmeter-reif gefoult. Der Pfiff blieb aus.

Was dann geschah, war für diesen Abend irgendwie bezeichnend. Drei Sekunden vor der Schlusssirene trifft Alexander Oelze zur 24:23-Führung für die Gäste. Und mit dem Schlusspfiff pariert Vladimir Bozic den Verzweiflungswurf von Dennis Szczesny.

Nun geht es zum Spitzenreiter Bergischer HC

Vier Spieltage absolviert und keine Punkte. Und am Sonntag (Anwurf 17 Uhr) geht es zum Bergischen HC, dem aktuellen Spitzenreiter. Zu verlieren hat der Tusem in der Wuppertaler Uni-Halle schon mal gar nichts.