09.09.2017 | WAZ

Tusem Essen nimmt Freitag in Bietigheim den nächsten Anlauf


Nach zwei Spieltagen steht der Tusem punktlos am Tabellenende. Die junge Mannschaft muss sich finden. Das gilt auch für den nächsten Gegner.

Noch wirken die Tusem-Handballer relativ entspannt. Die Saison in der 2. Bundesliga ist gerade einmal zwei Spieltage alt, da lässt es sich noch ganz gut verkraften, Tabellenletzter zu sein. Zumal fünf weitere Mannschaften ebenfalls ohne Pluspunkt dastehen. Ein Sieg würde einen richtig weiterbringen und könnte für einen beachtlichen Sprung in der Tabelle sorgen. Ob es an diesem Freitag klappt für die Mannschaft von Trainer Jaron Siewert? Es wartet im Schwabenländle die SG BBM Bietigheim (19.30 Uhr, EgeTrans Arena).

„Wir werden unsere Chance suchen und bekommen“

„Wieder ein starker Gegner“, findet Siewert, fügt aber gleich hinzu: „Auch dort werden wir unsere Chance suchen und bekommen.“ Das mag so sein, aber entscheidend ist, dass der Tusem sie auch nutzt. Das hat bisher nicht immer so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat. Was fehlte, das war die Konstanz. Die Leistungskurve innerhalb dieser beiden Spiele verlief keineswegs gradlinig. „Die Niederlage in Balingen ist kein Untergang“, sagt Siewert. Aber 28:42? Das ist schon ein Brett. „Da haben wir natürlich ein paar Tore zu viel bekommen.“ Die 28:29-Niederlage im Heimspiel gegen Lübeck-Schwartau war dagegen ärgerlich. „Da haben wir ein gutes Spiel gemacht und mit drei Toren geführt. Leider haben wir dann viel zu schnell den Ausgleich kassiert“, erinnert sich Essener Coach.

Irgendwie typisch für den Tusem zu diesem Zeitpunkt. Er besitzt noch keine wirkliche Stabilität. Doch die ist unerlässlich für eine erfolgreiche Saison.

Natürlich ist es nicht einfach, einen Mann wie Michael Hegemann (40) zu ersetzen. Er war in den vergangenen Jahren die Leitfigur in der Mannschaft, an ihm konnten sich die jungen Spieler orientieren. Hegemann verteidigte, Hegemann lenkte, und Hegemann erzielte in wichtigen Phasen die Tore. An seiner Seite sind einige Jungs erwachsen geworden, und das müssen sie nun auch zeigen.

Hegemann ist mittlerweile vor allem ein kompetenter Co-Trainer. „Aber Hege ist im Training noch immer ein extrem wichtiger Faktor für mich und die Jungs, deshalb binden wir ihn auch ganz bewusst aktiv ins Spiel mit ein“, sagt Siewert. Aber es sei auch an der Zeit, neue Wege zu beschreiten. Zwei Beispiele: Der junge Tim Zechel (20) arbeitet neben dem routinierten Dennis Szczesny in der Deckung. Und Jonas Ellwanger, der ehemalige Lehrling, ist nun Kapitän und steht in der Hauptverantwortung. Er muss im Rückraum die Fäden ziehen und für Tore sorgen. Aber alle im Team müssen die neue Aufgabe annehmen und daran wachsen. Dass es noch immer ein Lernprozess ist, haben die beiden ersten Auftritte gezeigt, in denen möglicherweise auch ein wenig Erfahrung gefehlt hat. Es braucht halt etwas Geduld. Bis auf Malte Seidel, der aus familiären Gründen in Essen bleibt, reist der Tusem mit komplettem Kader an.

Auch Bietigheim ist im Umbruch

In Bietigheim herrscht eine ähnlich Situation wie in Essen. „Wir haben eine wahnsinnig junge Mannschaft“, sagte Trainer Hartmut Mayerhoffer vor der Saison. „Es gilt nun, wieder eine Einheit zu formen. Wir haben sicher ein schwieriges Jahr vor uns.“ Der Maßstab ist allerdings ein anderer als auf der Margarethenhöhe, denn in der Vorsaison hatte Bietigheim als Tabellenfünfter die Aufstiegsplätze nur knapp verpasst.