21.08.2017 | WAZ

Tusem hat die Überraschung fest im Blick


Erstrunden-Turnier in Hildesheim. Minimalziel ist das Finale, in dem Lemgo warten könnte. Skroblien hofft, auf ehemalige Kollegen zu treffen.

Sechs schweißtreibende Wochen sind vorbei – jetzt gilt es für die Handballer vom Tusem. An diesem Wochenende steht in Hildesheim das Final Four in der ersten Runde des DHB-Pokals auf dem Spielplan. Der Zweitligist trifft heute im Halbfinale auf die gastgebende Eintracht (Anwurf 17.30 Uhr) und will mit einem Sieg das Endspiel erreichen. Nicht nur für Trainer Jaron Siewert, sondern unter anderem auch für Neuzugang Tom Skroblien stehen also die ersten Pflichtspiele bevor – und der Linksaußen will mit seiner neuen Mannschaft in einem möglichen Finalduell gegen seinen ehemaligen Verein TBV Lemgo für eine Überraschung sorgen.

„Ich würde mich sehr freuen, wenn es klappt. Ein Spiel gegen die alten Kollegen ist immer etwas Besonderes. Und sollten wir gegen Hildesheim gewinnen, wollen wir im Finale natürlich die Überraschung schaffen“, sagt der 24-Jährige, der im Sommer vom Erstligisten aus dem Kreis Lippe auf die Margarethenhöhe gewechselt ist. Skroblien kam in der vergangenen Saison 31-mal in der Bundesliga zum Einsatz, hatte auch Anteil daran, dass der TBV im Handball-Oberhaus blieb. „Es waren zwei sehr lehrreiche Jahre in Lemgo“, berichtet der Rechtshänder und führt aus: „Erstliga-Luft zu schnuppern, war besonders. Vor allem die großen Hallen in Kiel oder Magdeburg vergisst man nicht, das sind schon coole Eindrücke gewesen.“ Doch Skroblien war unzufrieden mit seinen Einsatzzeiten in Lemgo, will nun beim Tusem Fuß fassen. „Ich bin noch nicht am Ende meiner Entwicklung“, sagt er.

Lehrreiche Jahre in Lemgo

Jetzt geht die Offensivkraft also für die Essener auf Torejagd und hat in der Vorbereitung schon ihr Können gezeigt: 25 Treffer in fünf Spielen sind als Neuzugang keine Selbstverständlichkeit. „Ich fühle mich pudelwohl in der Mannschaft. Wir sind alle jung, und es passt von den Typen her. Wir werden viel Spaß miteinander haben“, ist sich der gebürtige Schweriner sicher. Eine gute Mischung sei die Mannschaft, „wir haben nicht nur Steinewerfer“, meint Skroblien und schmunzelt.

Dies gilt es nun, im Halbfinale gegen Eintracht Hildesheim zu beweisen. Mit dem Aufsteiger und Gastgeber erwartet den Tusem eine schwierige Aufgabe, zumal das Publikum zu Großteilen auf der Seite der Niedersachsen sein wird. Der Ligakonkurrent dürfte euphorisiert in die erste Runde gehen, hat zudem unter anderem mit Kreisläufer Niko Tzoufras oder auch Drittliga-Torjäger Robin John eine starke Offensivachse zu bieten. „Das ist eine gute Mannschaft. Aber wir wollen gewinnen, und wenn wir das auf die Platte bringen, was wir können, sollten wir gewinnen. Das muss auch unser Anspruch sein als etablierter Zweitligist“, gibt sich der Neuzugang selbstbewusst.

EHF-Pokalsieger mit den Füchsen

Die Verpflichtung von Tom Skroblien war kein Zufall: Ausgebildet wurde er bei den Füchsen Berlin, trainiert von einem gewissen Bob Hanning. In der Jugend war Skroblien mit den Hauptstädtern bereits erfolgreich, feierte zudem mit den Füchsen im Finale des EHF-Pokals 2015 einen 30:27-Sieg gegen Hamburg. Und weil der Tusem mit den Berlinern mittlerweile eine Kooperation pflegt, lagen Empfehlung und Transfer nahe. In den vergangenen Jahren konnte sich Skroblien einiges von den Top-Profis abschauen und lernen. „Ich glaube schon, dass ich Erfahrung und Routine sammeln konnte“, sagt er und stellt mit einem Augenzwinkern fest: „Beim Tusem bin ich mit meinen 24 Jahren ja fast schon einer der Ältesten. Vielleicht kann ich den Jungs ja auch ein bisschen was weitergeben.“

Trainer Jaron Siewert kann jedenfalls auf alle Spieler zurückgreifen, pünktlich zum Pflichtspielauftakt ist seine Mannschaft vollzählig. Eine komfortable Situation für den Tusem, der nun vor seiner ersten echten Bewährungsprobe der neuen Saison steht.